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Gedicht rezitiert von Helene Jansen – Die Bewohnerin Helene Jansen die zur Kurzzeitpflege in unserer Einrichtung war hat gerne Gedichte rezitiert, die ihr von einer Tante, vergangener Tage, in einem Briefwechsel immer geschrieben hatte.Es sind viele schöne Gedichte, die Frau Jansen den Schwestern, den Praktikanten mit einer Liebe und Leidenschaft vorgetragen hat, und an einem Gedicht möchte wir Sie teilhaben lassen.

Ich werde nicht alt!

Man sagt mir oft ich werde alt,

ich spür es oft in Wort und Gestalt,

das alte Haus in dem ich wohne ist freilich mürb,

das spür ich schon,

ich aber selber werde nicht alt, den ich habe göttliche Gestalt.

Das Haupthaar ist wohl grau und weiß,

kränket es den jungen Greis,

das Augenlicht wird etwas schwach,

die Sehkraft gibt allmählich nach,

doch schau ich nach den Schmerzensmann,

der meine Schwachheit auf sich nahm,

das macht den Seelenschaden gut

und gibt mir heiteren Glaubensmut.

Die Zeit schlug Furchen in mein Gesicht,

dass schadet meinem Alter nicht.

Was macht es das ich zittrig bin?

Ich habe dabei doch heiteren Sinn!

Wenn ich nicht flüssig reden kann,

so hört Gott auch mein Lallen an.

Auch das Gehirn ist nicht mehr stark

Gott Dank das ich noch hören darf.

Oft wählt der Meister Gnadenruf,

der meinen Rettungsweg mir schuf.

Wenn auch der äußere Mensch vergeht,

der innere täglich neu entsteht,

gewinnt der Herr in mir Gestalt,

so werde ich gewiss nie alt,

so dass ich ruf damit es laut erschallt,

Ich bleibe jung und werde nie alt!

 

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